Ein Gedankenexperiment — Don’t Panic!

Wir wollen nicht den Teufel an die Wand malen, begleite uns doch trotzdem mit in unser kleines Gedankenszenario rund um Rauchwarnmelder:
Wärme- und Sichtschutz, vor allem in den Wintermonaten, veranlassen Dich, die Rollos der Fenster schon früh am Abend herunterzulassen. Der Nachbar soll ja beim Abendessen nicht unbedingt in den Teller sehen können. Der Abend verläuft normal, keine Auffälligkeiten oder Besonderheiten.

Gira Rauchwarnmelder Dual-Q
Gira Rauchwarnmelder Dual-Q

Wir wissen nicht genau wie, aber möglicherweise bricht durch ein Haushaltsgerät ein Schwelbrand in einem Zimmer aus. Der Rauchwarnmelder löst aus und meldet lautstark Rauchentwicklung. Du wirst wach und versuchts, Dir ein Bild der Lage zu verschaffen: ein beginnender Schwelbrand ist als Rauchquelle bald ausgemacht. Jetzt gilt es, das Gebäude über den ersten Flucht/Rettungsweg zügig zu verlassen. Bereits jetzt sind wertvolle Minuten mit der Erfassung der Situation vergangen und der Brand wird zunehmend stärker. Nehmen wir an, daß durch einen unglücklichen Zufall der erste Fluchtweg über Treppenhaus und Flure zur Haustüre nicht nutzbar ist. Bleib noch der zweite Rettungsweg über Fenster bzw. Balkon-/Terrassen-Türen. Nun, die Rollos sind heruntergelassen — wegen den Nachbarn und dem Teller und so. In der Hektik kann so ein Rollo ein wirkliches Hindernis darstellen, vor allem dann, wenn elektrische Rollos verbaut sind und der Strom wegen dem defekten Haushaltsgerät bereits durch den Fehlerstrom-Schutzschalter abgeschaltet ist. Oder Du hast klassische Gurtwickler zum betätigen der Rollos, diese können möglicherweise schon durch Hitzeentwicklung geschmolzen sein.
Eine unangenehme Situation, die sich hier sehr schnell ergeben kann — wenn auch nur in diesem theoretischen Szenario.

Rauchwarnmelder sind Pflicht

Rauchwarnmelder sind bereits bei Neubauten Pflicht und die Übergangsfrist zur Nachrüstung läuft Ende 2017 ab. Dadurch sind in den Wohnungen und Häußern die Grundlage zur Rauch- und Feuerdetektion schon vorhanden.
Der vom Gesetzgeber geforderte akustische Alarm bietet eine grundlegende Möglichkeit, Bewohner zu warnen. Wesentlich sinnvoller wäre es, auf einen Rauch- bzw. Feueralarm sofort mit einer Reihe von Maßnahmen zu reagieren, um die Evakuierung eines Gebäudes zu vereinfachen bzw. zu ermöglichen.

Eine clevere Lösung kann man mit vernetzten Rauchwarnmeldern umsetzen, die zudem mit dem Home Automation Bus verbunden bzw. gekoppelt sind. Daraus lassen sich Alarm-Szenarien festlegen, die vollautomatisch und unmittelbar (ohne wertvollem Zeitverlust) sinnvolle Aktionen im Gebäude auslösen bzw. starten, wie zum Beispiel:

  • Rollos hochfahren
  • Licht in den Schlafräumen einschalten
  • Beleuchtung der Fluchtwege einschalten
  • Lüftung steuern

Mit gut geplanter Home Automation kannst Du diese Aktionen unmittelbar nach Detektion der Rauchentwicklung gezielt steuern. Zu diesem Zeitpunkt ist die Funktionalität der Komponenten noch gewährleistet — es ist zum Beispiel sichergestellt, daß die Rollos noch hochgefahren werden können.

IFS-Brandursachenstatistik 2016
Quelle: IFS-Brandursachenstatistik 2016

Die vom IFS (Institut für Schadenverhütung und Schadenforschung der öffentlichen Versicherer e.V.) veröffentlichte Statistik zu Brandursachen im Jahre 2016 zeigt, daß ca. 30% der Brände durch Elektrizität ausgelöst werden. Im speziellen geraten oftmals Hausgeräte in Brand, weil Zuleitungen fehlerhaft waren oder weil die Geräte weiterhin benutzt wurden, obwohl ein defekt der Geräte vorlag.
Hausgeräte sind in jedem Haushalt im Einsatz und stellen dadurch ein Risiko für Wohnungsbrände dar.

Wie Du in Deinem Smart Home Umfeld die Einbindung von Rauchwarnmeldern planst und welche Voraussetzungen dafür notwendig sind, erfährst Du in Teil 2 dieser Artikelreihe.

 

 

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