Anschaffung

Ich stand der Anschaffung durchaus kritisch gegenüber. Schon wieder ein neues Gerät, das der Technik-Verliebtheit der männlichen Familienmitglieder zugute kommt, so dachte ich. Irgendwann standen wir dann an einem Samstagnachmittag in einem örtlichen Elektromarkt und ließen uns verschiedene Modelle vorführen. Die Preise variierten sehr. Letztendlich entschieden wir uns für das Modell RX2 Home Vision von Miele. Hauptgrund waren die bisherigen guten Erfahrungen mit der Marke Miele. Um 800€ leichter, dafür mit einem Miele Saugroboter in der Hand verließen wir den Elektromarkt.

Das Unboxing zu Hause gestaltete sich sehr unkompliziert und benutzerfreundlich: Saugroboter aus der Schachtel entnehmen, Seitenbürsten einsetzen, Schutzfolien entfernen und einschalten. Die Basisstation an einer Steckdose anschließen und den Staubsauger zum Aufladen in die Basisstation setzen.

Das ist nun 1 Jahr her. In der Zwischenzeit haben wir unseren „Staubsi“ ausführlich getestet. Bei einem Vier-Personen-Haushalt in einem ganzen Haus mit unterschiedlichen Bodenbelägen wird einem Staubsauger einiges abverlangt. Er ist drei- bis viermal pro Woche im Einsatz und nicht immer ist perfekt aufgeräumt.

Positive Erfahrungen

Scheinbar haben die Entwickler von Miele genau an eine solche Familiensituation gedacht, als sie den Saugroboter entwickelt haben. Denn er meistert die an ihn gestellten Herausforderungen fast immer sehr gut: Er saugt sauber und kommt dank der beiden Seitenbürsten auch gut in die Ecken. Im Weg liegendes Spielzeug, herum stehende Stühle umfährt er vorsichtig und kann trotzdem den Staub, der nah am Hindernis liegt, aufnehmen. Kleines Spielzeug wie Lego-Steine oder Nerf-Pfeile saugt er leider doch ein, das Gute aber ist, dass es in dem kleinen Schmutzauffangbehälter gut erkannt und daher „gerettet“ werden kann. Insgesamt gestaltet sich die Reinigung des Miele Saugroboters als sehr leicht und benutzerfreundlich, ein am Schmutzauffangbehälter befestigter Pinsel ist zur gründlichen Reinigung sofort zur Hand. Diese Eigenschaften hatte ich mir allerdings von einem Miele-Gerät in dieser Preisklasse erwartet. Was mich darüber hinaus positiv überrascht hat, sind folgende Eigenschaften, die in die Kategorie „Smart Home“ fallen: Für den Miele Saugroboter gibt es eine kostenlose App zum Download für Android oder iOS. Mit dieser App lässt sich der RX2 Home Vision vom Smartphone aus steuern, d.h. Ein- und Ausschalten, diverse Betriebsmodi einstellen, zu konkret verschmutzten Punkten hinfahren und dort gezielt saugen lassen. Das ist sehr praktisch, wenn nach dem Essen nur nochmal unter dem Esstisch gesaugt werden muss.
Sehr angenehm ist auch die Möglichkeit, einen Timer zu stellen, so dass der Saugroboter zu festgelegten Zeiten saugt, an denen man nicht zu Hause ist. So kommt man nach der Arbeit nach Hause und – zumindest ein Stockwerk / ein Raum – ist gesaugt. Wir stellen den Staubsi inklusive Ladestation alle paar Tage in ein anderes Stockwerk. Die Ladestation ist klein und leicht, so dass sich ein Umzug ganz einfach gestaltet. Übrigens kann man über die App auch eine Videofunktion nutzen, so dass man von unterwegs kurz nachsehen kann, was zu Hause los ist. Der RX2 Home Vision liefert Live Bilder ans Handy, Videoaufnahmen entstehen keine. Wem das alles unheimlich ist, kann das WLAN Modul im Saugroboter entfernen und ihn über die Fernbedienung steuern.

Unheimlich war mir beim ersten Einsatz übrigens die Geschwindigkeit, mit der der RX2 auf die Treppe zugefahren ist. Vor meinem geistigen Auge sah ich ihn schon die Treppe zum Untergeschoss runterstürzen, ich erhob mich, um den Sauger und die Treppenstufen zu retten! Doch just in dem Moment erkannte der Staubsi den Abgrund, stoppte und änderte die Richtung. Wir durften dieses Verhalten mittlerweile oft beobachten und haben dadurch jetzt Vertrauen in unseren Staubsi entwickelt. In der Originalverpackung war übrigens noch ein Magnetband enthalten, das für den RX2 Home Vision eine Barriere darstellt. Sollte der Saugroboter in einer bestimmten Ecke nicht saugen sollen, weil da zum Beispiel Puzzleteile herum liegen, dann legt man das Magnetband davor und er fährt an dem Punkt nicht weiter.

Kleine Einschränkungen

Bei all den positiven Eigenschaften gibt es einige wenige Kleinigkeiten, die man wissen sollte: Saugt der Saugroboter während man zu Hause ist und vielleicht entspannt ein Buch lesen möchte, dann empfindet man ihn als laut. Er ist nicht lauter als ein normaler Staubsauger, aber die Kombination Entspannung – Saugroboter zur gleichen Zeit funktioniert nicht so gut. Und natürlich bleibt einem das Aufräumen vor dem Staubsaugen leider nicht erspart. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Startposition des Saugroboters: Um ein gutes Saugergebnis zu bekommen muss der RX2 Home Vision als Startposition an eine Wand im Raum gestellt werden. Dahin findet er am Ende problemlos zurück. Bei einer Startposition mitten im Raum verfährt er sich. Wird der Saubsi per App bedient, kann man ihn gezielt auf einen Punkt auf der Raumkarte fahren und saugen lassen. Dies funktioniert aber nur, wenn er den Raum zuvor einmal gesaugt hat und sich die Karte des Raumes „gemerkt“ hat. Wurde der Roboter zwischendurch komplett ausgeschaltet, verliert er diese Daten. Dann kann manuell per App an den verschmutzten Punkt gesteuert werden.
Wir steuern unseren Miele überwiegend per App. Grund dafür ist, dass wir nicht noch eine Fernbedienung rumliegen haben wollten.

Übrigens gibt es noch einen Punkt bezüglich des Aufräumens vor dem Saugen: Mit herumliegenden Kabeln hat der Miele RX2 so seine Probleme, denn die verheddern sich in der Bürstenwalze. Wenn dies geschieht erscheint im Display „F5“ und der Staubsauger schaltet ab. Zur Lösung des Problems drückt man am Display auf „‖“, dreht den Staubsauger um, lässt ihn aber an der selben Stelle, zieht das Kabel aus der Bürstenwalze – funktioniert problemlos – und drückt wieder ▷. Der Sauger hat sich seine Position gemerkt und setzt seine Tour fort.

Einfache Reinigung

Als angenehm empfinden wir die Möglichkeit, den Staubsi zu reinigen. Alle Teile, die entferntund gereinigt werden können, sind aus grauem Kunststoff und damit einfach zu erkennen. An der Unterseite des Saugers kann man die Abdeckung der Bürstenwalze entfernen und diese reinigen, das gleiche gilt für das Vorderrad. 

Als Reinigungstool ist im Deckel der Staubbox ein Pinsel integriert. Am anderen Ende des Pinsels ist eine Art Bürste, die zur Reinigung der Bürstenwalze verwendet werden kann. Das bedeutet, dass der Miele RX2 Home Vision alles mitbringt, um gereinigt zu werden. Das finden wir top! Was bei der Reinigung noch empfehlenswert ist, ist ein feuchtes Tuch. Damit sollte man die Dichtlippen an der Unterseite des Staubsi und im Inneren abwischen. Sind die inneren Dichtlippen voll Staub, beeinträchtigt dies die Dichtigkeit.

Der Staubauffangbehälter schafft bei uns den kompletten Staub /  Dreck, der im Haus anfällt. Auch das finden wir super!

Fazit

Der anfänglichen Skepsis zum Trotz möchte ich den Staubsi nicht mehr missen. Wir lassen ihn oft das Schlafzimmer saugen, während wir morgens im Bad sind. Diese 20 Minuten reichen ihm und ein Zimmer ist schon fertig gesaugt. Da startet der Tag mit einem Erfolgserlebnis 😉

Unser Leben mit dem Miele RX2 Home Vision – Erfahrungen nach 1 Jahr
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